Wir alle wissen: Das Laden von Elektroautos ist schnell mit viel Leistung verbunden.
Mit unserem Lastmanagement stellen wir sicher, dass alle Grenzen eines Hauses eingehalten werden. Soweit, so klar.
Viele Lastmanagements in einer Straße können dann aber das Netz in dieser Ebene unnötig belasten.
Das muss aber nicht so sein!
Denn es gilt auch: Zu Nebenzeiten, also zum Beispiel in der Nacht oder am Wochenende, liegen unsere Stromnetze nahezu brach und zudem produzieren PV-Anlagen und Windräder oftmals mehr Strom, als wir benötigen. Was liegt also näher, als genau in diesen Zeiten die Elektroautos zu laden?
Die Lösung: Wann immer es geht, verschieben wir die Ladezeiten einfach in die Nebenzeiten:
Gut für unsere Netze, denn wir können fast ausschließlich die Bestandskapazitäten nachts nutzen.
Gut für die Nachhaltigkeit, denn zu den Nebenzeiten ist unser Strom „grüner“, da ein höherer Anteil von Wind- und Sonnenstrom vorliegt.
Und das Schöne: Um all das müssen Sie sich nicht kümmern – das machen wir. Alles, was Sie machen müssen, ist die Ladung mit dem grünen Chip freizugeben – einfach immer dann, wenn es für Sie passt.
Mit dem grünen Chip. Sofern Sie noch keinen Chip haben, finden Sie diesen bei uns im Shop.
Nutzen Sie ihn einfach immer dann, wenn Sie eigentlich noch genügend Strom für den kommenden Tag im Akku haben.
Nein, (noch) nicht. Hintergrund ist, dass sich nach unserer Auswertung dynamische Stromtarife (noch) nicht wirtschaftlich gegenüber guten Fixtarifen rechnen.
Natürlich. Nutzen Sie bei jeder Ladefreigabe einfach den Chip, der gerade zu Ihrem Bedarf passt.
Bisher haben Sie folgende Lademöglichkeiten:
blauer Chip: Normalladung, Ladung startet möglichst sofort, keine Preisoptimierung
roter Chip: Priorisierte Ladung gegenüber einer Ladung mit blauem Chip, Ladung startet möglichst sofort, keine Preisoptimierung, 3 x im Monat möglich
Neu hinzu kommt nun ein grüner Chip. Dieser startet die netzdienliche Ladung. Die Ladung startet nur, wenn eine gewisse Preisgrenze an der Leipziger Strombörse (Viertelstundenpreise) unterschritten ist. Dieser ist immer dann niedrig, wenn ein hohes Angebot (meist Wind und Sonne) einer niedrigen Nachfrage gegenübersteht.
Dies kann dazu führen, dass das Auto nicht wie gewohnt sofort oder ggfls. auch gar nicht geladen wird.
Die Nutzung des grünen Chips signalisiert unserem System: „Ich habe eigentlich für den nächsten Tag noch genügend Reserve im Akku. Über netzdienlichen Strom freue ich mich aber.“
Dies ist für alle der passende Modus, wenn das Auto regelmäßig eine ähnliche Zeit geparkt wird, z.B. über Nacht. Standardmäßig laden wir in den 12 Stunden nach dem Einstecken in den günstigsten 3 Stunden. Dieser Modus vermeidet die Nutzung von Tagesspitzen.
In diesem Modus laden wir nur, wenn der Preis im Vergleich zu historischen Kosten günstig ist. Dieser Modus eignet sich für Langzeitparkern und Wenigfahrern, bei denen auch einmal mehrere Tage mit höheren Preisen ausgelassen werden können.
Netzdienliches Laden ist erst einmal in all unseren Anlagen möglich - egal ob Sie einen 24/7-Tarif oder einen variablen Tarif gewählt haben. Durch die Nutzung des grünen Chips laden wir in Deutschland dann die Autos in sinnvollen Nebenzeiten.
Natürlich sind bei uns die Parameter individuell anpassbar. So können Sie die Modi auf Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Sie finden die Einstellungsmöglichkeiten in der App oder im Portal und können diese für Ihre Wallbox anpassen.
Wie immer teilen wir die maximale Anlagenleistung auf alle gerade zur Ladung freigegebenen Autos auf. Bei der breiten Nutzung des grünen Chips wird dies dazu führen, dass mehr Autos in den günstigen Zeitfenstern laden möchten. Dies wird ggfls. die Ladeleistung der einzelnen Autos reduzieren. Über die geeignete Wahl der Parameter können die Zeitfenster entsprechend breit gesetzt werden, so dass Sie dennoch genügend Strom erhalten.
Die Berechnung der optimalen Ladezeiten erfolgt beim Einstecken/ Chippen. Die dynamischen Tarife werden gegen 14 Uhr an der Strombörse in Leipzig für den kommenden Tag ausgehandelt. Hierbei kann es passieren, dass uns zum Ladestart noch nicht alle Preisinformationen für das gewünschte Ladezeitfenster vorliegen. In dem Fall berechnen wir anteilig für die bekannte Zeit die sinnvollen Ladefenster. Sobald dann auch die Preise in den übrigen Zeiten bekannt sind, berechnen wir die optimalen Zeitfenster neu.
Die dynamischen Preise ändern sich üblicherweise alle 15 Minuten. Zur Reduzierung von Ladestarts laden wir nur, wenn wir für mindestens 30 Minuten optimale Preise finden. D.h. kurze Preissenken werden zur Minimierung der Ladestarts nicht genutzt.
Wir empfehlen, die Standdauer ein wenig kürzer als Ihre übliche Parkdauer zu setzen. Beispiel: Wenn Sie regelmäßig gegen 18 Uhr die Ladung beginnen und gegen 7 Uhr wieder starten wollen, wären dies 13 Stunden Parkdauer. In dem Fall empfehlen wir, die Standdauer auf 12 Stunden zu setzen.
Die Ladedauer empfehlen wir entsprechend der gewünschten üblichen Lademenge und der Ladeleistung des Autos festzulegen. Wollen Sie z.B. rund 20 kWh bei einem 11 kW-Lader nachladen, benötigen Sie hierfür 2 Stunden. Zur Sicherheit, dass die Ladeleistung durch die mehrfache Nutzung in der Anlage durchaus reduziert sein kann, empfehlen wir zur Sicherheit eine kleine Erhöhung, hier z.B. auf 3 Stunden.
Aktivieren Sie diese Option, dann wird nach der Standdauer eine weitere Ladesession mit den gleichen Parametern gestartet.
Über den Zeitraum der Rückschau werten wir die historischen Preisdaten aus. Wir empfehlen, hier eine Dauer der üblichen Nachladetage einzugeben. Beispiel: Reicht der Akku für eine gute Woche, empfehlen wir, die Rückschau auf 5 bis maximal 7 Tage zu stellen. Reicht der Akku z.B. nur 5 Tage, dann empfehlen wir die Dauer auf rund 2 bis 3 Tage zu stellen. Generell gilt: Je höher die Dauer eingestellt wird, desto geringer wird im Mittel der Strompreis sein, aber desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass auch mal tagelang keine Ladung freigeschaltet wird.
Dieser Wert bestimmt, wie teuer Strom maximal sein darf. Setzen Sie hier z.B. 25 % an, bestimmen wir den Preis aus den historischen Daten, der in 25 % der Zeit unterschritten war.
Die Entscheidung, ob in der Anlage ein dynamischer Tarif oder ein fester Tarif gewählt wird, erfolgt für den EVU-Zähler (Einkaufszähler). Diese Entscheidung muss damit auf Anlagenebene durch die Gemeinschaft erfolgen. Für die Wahl eines dynamischen Tarifs ist ein Smartmeter notwendig.
Die Nutzung des grünen Chips, also die netzdienliche Ladung, funktioniert in all unseren Systemen - unabhängig, ob tatsächlich auch ein dynamischer Tarif ausgewählt ist.
Jeder Vertrag hat in meist geringem Umfang Fixkosten wie Grundgebühren etc. Diese teilen wir anteilig der Zeit auf. Dies gilt sowohl bei festen als auch bei dynamischen Stromtarifen.
Die Verbrauchskosten können unabhängig, ob die Belieferung in einem festen oder dynamischen Tarif erfolgt, anteilig der individuellen Verbräuche auf die Wallboxnutzer:innen aufgeteilt werden. In dieser Kostenaufteilung erfolgt also keine Berücksichtigung, ob man tatsächlich vermehrt in günstigen Zeiten geladen hat.
Bei Belieferung der Anlage mit dynamischen Preisen können die Verbrauchskosten entsprechend der individuellen Kostenanteile auf die Nutzer:innen aufgeteilt werden. So zahlen Nutzer:innen, welche primär in Nebenzeiten/ günstigen Zeiten laden, weniger als im Mittel - Nutzer mit hohem Spitzenlastanteil dann aber auch mehr.
Eines gilt für beide Verteilerschlüssel: Neben den Lademengen, die an den Wallboxen festgestellt werden, verbrauchen auch z.B. die IT-Komponenten Strom. Ebenso werden Leitungen in den Liegenschaften warm, wenn Strom vom EVU-Zähler zu den Wallboxen fließt. Es kommen also nicht alle Strommengen, die am Eingang gemessen werden, an den Wallboxen auch an. Dies ist reine Physik, die aber in derartigen Anlagen transparent wird. Diese Verbräuche müssen natürlich auch gezahlt werden. Wir berücksichtigen dies, indem wir die Gesamtkosten anteilig (Verbrauch oder Kosten) aufteilen.
Hier können wir nur mutmaßen. Unsere Interpretation ist, dass die Preise eines langfristigen Stromeinkaufs – und dies erfolgt i.d.R. bei Fixtarifen mit längerer Laufzeit- deutlich unter dem Spotmarktpreis liegen. Die flexiblen Anbieter müssen an der Strombörse jeweils für den nächsten Tag einkaufen. Hier werden nur mehr die Restmengen, die offenbar deutlich teurer sind, gehandelt.
Natürlich gehen wir davon aus, dass in Zukunft gut optimierte Flextarife deutlich unter Fixtarifen liegen. Wir beobachten den Markt. Sobald es Sinn macht, werden wir dann auch eine Möglichkeit in unsere Kostenaufschlüsselung integrieren, diese variablen Tarife an die Nutzer:innen durchzuleiten, d.h. Ladungen zu günstigen Zeiten auch günstig zu halten.
Es macht derzeit wirtschaftlich keinen Sinn, einen Flextarif mit den verbundenen Nachteilen durchaus auch mal hoher Preise zu wählen.
Aber natürlich macht es Sinn, auch bei Fixtarifen sinnvoll/ netzdienlich zu laden - da wir so den physikalischen Anteil an grünem Strom erhöhen - auch wenn es auf dem Konto derzeit "nur" Karmapunkte bringt.
Nutzen Sie die Zeit, um zu Testen, ob das netzdienliche Laden in Ihrem Einsatz ohne Einschränkungen umsetzbar ist. Sollte einmal die Entscheidung in der Gemeinschaft anstehen, ob tatsächlich ein flexibler Tarif gewählt wird, dann wissen Sie schon, dass es geht.
Üblicherweise erhalten Sie einmal jährlich eine Schlussrechnung des Stromlieferanten. Die Gesamtkosten über den zu betrachtenden Zeitraum entnehmen wir dieser Rechnungen. Alternativ können uns auch die Kosten benannt werden, z.B. bei der Mitnutzung von Allgemeinstromzählern.
Wir ermitteln von dem Abrechnungszeitraum die individuellen Verbräuche an allen Wallboxen. Technisch nutzen wir hierzu die Zählerstände aus den einzelnen Wallboxen, aus deren Start- und Endwert wir den Verbrauch berechnen. In diesem Fall ist es irrelevant, wann der Strom tatsächlich geflossen ist.
In einem nächsten Schritt summieren wir alle Wallboxverbräuche auf und berechnen uns dann für jede Wallbox den individuell verbrauchten Anteil.
In einem letzten Schritt teilen wir dann die Gesamtkosten entsprechend des individuellen Verbrauchsanteils auf alle Wallboxen auf.
Auch hier starten wir bei den Gesamtverbrauchskosten im Betrachtungszeitraum. Dieser Punkt bleibt gleich.
Beim Laden werden die Ladevorgänge aufgezeichnet. Neben der geladenen Energiemenge werden auch die durchschnittlichen Stromkosten (ct/kWh) berechnet, sowie die Kosten an der Wallbox (Achtung: Dies sind aufgrund von Verlusten etc. noch nicht die finalen Ladekosten!). Zudem erhalten wir hier die in den aufgezeichneten Ladevorgängen berücksichtigte Lademenge.
In einem nächsten Schritt berechnen wir je Wallbox den noch nicht berücksichtigten Verbrauch. Dies ist z.B. der Standby-Verbrauch zwischen Ladevorgängen, oder aber auch z.B. aufgrund eines Internetausfalls ein nicht aufgezeichneter Ladevorgang. Hierzu ziehen wir vom Gesamtverbrauch der Wallbox im Betrachtungszeitraum die schon über die Ladevorgänge berücksichtigte Menge ab und erhalten die Restmenge.
Analog berechnen wir auf Anlagenebene die noch nicht berücksichtigten Kosten. Hierzu ziehen wir von den Gesamtverbrauchskosten die aus den aufgezeichneten Ladevorgängen aufgenommenen Kostenanteile der Wallboxen ab. Diese teilen wir dann anteilig der noch offenen Strommenge auf die Wallboxen auf.
In einem letzten Schritt addieren wir die Kosten aus den aufgezeichneten Ladevorgängen mit den sonstigen Verbrauchskosten.
Die Preisdaten müssen seitens des Stromlieferanten über eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt werden. Diese Schnittstelle muss im Lademanagement integriert sein. Eine Liste mit den von uns unterstützten Anbietern finden Sie auf der Seite der Stromlieferanten.
Wie ausgeführt erfolgt die Kostenaufschlüsselung aus den Daten der Ladevorgänge. Diese werden - sofern auf Anlagenebene entschieden wurde, dass eine dementsprechende Kostenaufteilung erfolgen soll - zwingend aufgezeichnet. Ein Opt-out der Datenaufzeichnung ist hier nicht mehr möglich. Zudem ist eine derartige Abrechnung erst möglich, wenn wir damit beauftragt wurden. Eine nachträgliche Aktivierung ist nicht möglich.
Basis dieser Verteilung sind die dynamischen Strompreise sowie die jeweils geladenen Mengen. Derzeit variiert der Preis alle 15 Minuten. In Konsequenz müssen hier Unmengen an Daten mehr verarbeitet und gespeichert werden. Je Jahr sind dies je Wallbox bis zu knapp 36.000 Datensätze/ Zeilen. Dies geht nicht mehr auf Papier. Zur Abrechnung arbeiten wir daher mit Durchschnittskosten. Die Herleitung dieser Durchschnittskosten können Sie auf unserem Portal nachvollziehen. Hier speichern wir je Ladevorgang die einzelnen preisgleichen Zeitabschnitte. Zudem berechnen wir dann auch aus allen Ladevorgängen den Mittelpreis im Abrechnungszeitraum.